Beet anlegen
Kiesbeet anlegen: Unkrautvlies, Aufbau und Kosten
Ein Kiesbeet legst du in vier Schichten an: 20 bis 30 Zentimeter Aushub, eine Trennlage, ein Splittbett und darüber die Kiesdeckschicht. Das Unkrautvlies ist dabei der am meisten überschätzte Bauteil, denn gegen von oben eingewehte Samen hilft es nach wenigen Jahren nicht mehr.
Materialkosten je m² je nach Kiessorte
bester Zeitraum für Bau und Bepflanzung
Aushubtiefe je nach Untergrund
Arbeitszeit inklusive Aushub abfahren
Wie ist ein Kiesbeet aufgebaut?
Der Aufbau entscheidet, wie lange die Fläche sauber bleibt. Wer den Kies einfach auf den Rasen kippt, hat innerhalb einer Saison Gras zwischen den Steinen.
- Aushub 20 bis 30 Zentimeter tief. Bei lehmigem Boden eher 30, bei sandigem reichen 20.
- Wurzelunkraut entfernen: Quecke, Giersch und Ackerwinde wachsen durch jedes Vlies. Sieb den Aushub durch oder decke die Fläche vorab acht Wochen lichtdicht ab.
- Randbegrenzung setzen, damit der Kies nicht in den Rasen wandert. Stahl oder Aluminium halten dauerhaft, Kunststoff wellt sich nach wenigen Jahren.
- Trennlage aus wasserdurchlässigem Geotextil, an den Bahnen 20 Zentimeter überlappend.
- Splittbett aus Brechsand oder Splitt 2/5 in 8 bis 10 Zentimetern, abziehen und leicht verdichten.
- Deckschicht aus Kies oder Ziersplitt, 8 bis 10 Zentimeter hoch.
Die Trennlage hat vor allem eine mechanische Aufgabe: Der Kies vermischt sich nicht mehr mit der Erde darunter. Genau darin liegt ihr Nutzen, nicht in der dauerhaften Unkrautfreiheit. Die Grundlagen der Beetvorbereitung erklärt der Ratgeber Beet anlegen.
Brauchst du wirklich ein Unkrautvlies?
Ein Unkrautvlies stoppt alles, was von unten kommt, und nichts, was von oben kommt. In den ersten zwei bis drei Jahren wirkt es zuverlässig. Danach hat sich in den Fugen der Kiesschicht so viel Staub, Laub und organisches Material gesammelt, dass Samen dort keimen. Die Wurzeln sitzen oberhalb des Vlieses, das Vlies hilft nicht mehr.
Trotzdem ist die Lage nicht sinnlos. Das Geotextil hält den Aufbau getrennt und verhindert, dass der Kies langsam im Boden versinkt. Wer sie weglässt, muss die Deckschicht nach fünf bis acht Jahren nachfüllen.
Was langfristig hilft, ist eine dichte Bepflanzung. Stauden und Gräser beschatten die Fläche, und beschatteter Kies bleibt deutlich unkrautärmer. Welche Pflanzen das übernehmen, zeigt der Beitrag Bodendecker gegen Unkraut.
Woran erkennst du ein gutes Vlies?
Der wichtigste Wert ist die Grammatur, also das Flächengewicht in Gramm je Quadratmeter. Billige Baumarktware liegt bei 50 Gramm und reißt schon beim Verlegen.
| Grammatur | Eignung | Haltbarkeit | Preis je m² |
|---|---|---|---|
| 50 bis 80 g/m² | nur unter Rindenmulch | 2 bis 4 Jahre | 0,50 bis 1,00 Euro |
| 100 bis 150 g/m² | Kiesbeet, Standardfall | 10 bis 15 Jahre | 1,00 bis 2,50 Euro |
| ab 200 g/m² | Wege, befahrene Flächen | über 20 Jahre | 2,50 bis 4,50 Euro |
| PE-Folie | ungeeignet | Staunässe | nicht empfohlen |
Verlege die Bahnen mit 20 Zentimeter Überlappung und fixiere sie mit Erdankern alle 80 Zentimeter. Am Rand ziehst du das Vlies fünf Zentimeter hoch und schneidest es erst nach dem Auffüllen bündig ab. Pflanzlöcher schneidest du kreuzweise ein und schlägst die Ecken nach innen um, statt Kreise herauszuschneiden.
Was kostet ein Kiesbeet pro Quadratmeter?
Die Spanne ist groß, weil die Kiessorte den Preis bestimmt. Regionaler Rheinkies liegt bei 6 bis 10 Euro je Quadratmeter, weißer Marmorsplitt oder Basaltsplitt bei 20 bis 40 Euro.
| Position | Menge je m² | Kosten je m² |
|---|---|---|
| Kies oder Ziersplitt 10 cm | rund 160 kg | 8 bis 40 Euro |
| Splittbett 10 cm | rund 170 kg | 5 bis 9 Euro |
| Geotextil 100 bis 150 g | 1,2 m² mit Überlappung | 1 bis 3 Euro |
| Rasenkante Metall | umlaufend | 8 bis 20 Euro je lfd. m |
| Aushub entsorgen | 0,25 m³ | 5 bis 12 Euro |
In Eigenleistung landest du bei 25 bis 60 Euro je Quadratmeter plus Bepflanzung. Ein Fachbetrieb rechnet 90 bis 150 Euro je Quadratmeter komplett. Bei zehn Quadratmetern fallen rund 3,5 Tonnen Material an, das braucht einen Anhänger und mehrere Fahrten.
Womit bepflanzt du ein Kiesbeet?
Kies speichert Wärme und trocknet schnell ab. Damit passen genau die Pflanzen, die aus Steppen und Felslagen stammen. Diese Arten kommen mit Trockenheit zurecht und brauchen keinen nährstoffreichen Boden.
Bewährt haben sich Steppensalbei, Katzenminze, Fetthenne, Wollziest, Kugeldistel und Schafgarbe. Bei den Gräsern passen Blauschwingel, Federgras und Diamantgras. Setze 5 bis 7 Stauden je Quadratmeter und gruppiere jede Art in Dreier oder Fünfergruppen, das wirkt ruhiger als eine bunte Mischung.
Pflanze im Frühjahr zwischen März und Mai oder im September. Gieße im ersten Jahr regelmäßig, danach reicht die Fläche mit dem natürlichen Niederschlag aus. Weitere pflegearme Kombinationen findest du unter Pflegeleichte Beete gestalten.
Wo liegt die Grenze zum verbotenen Schottergarten?
Ein Kiesbeet ist bepflanzt und wasserdurchlässig. Ein Schottergarten ist eine mit Folie unterlegte, unbepflanzte Steinfläche. Genau diese Bauweise haben mehrere Bundesländer untersagt.
Baden-Württemberg verbietet Schotterflächen ausdrücklich im Landesnaturschutzgesetz, Bayern und Nordrhein-Westfalen stützen sich auf die Bauordnung. Deren Grundsatz lautet, dass unbebaute Grundstücksflächen wasseraufnahmefähig zu halten und zu begrünen sind. Hinzu kommen kommunale Satzungen, die auch dort greifen, wo das Land nichts geregelt hat.
Praktisch bleibst du auf der sicheren Seite, wenn die Fläche zu mindestens einem Drittel bepflanzt ist und kein wasserdichter Aufbau darunter liegt. Frag im Zweifel beim Bauamt nach, bevor du Material bestellst. Eine Übersicht zu Kosten und Regeln bietet die Verbraucherzentrale. Wie du bestehendes Unkraut vorab loswirst, steht in Unkraut dauerhaft entfernen.
Ist ein Unkrautvlies im Kiesbeet nötig?
Es trennt Kies und Erde und verhindert das Einsinken der Deckschicht. Gegen von oben eingewehte Samen hilft es nach zwei bis drei Jahren nicht mehr, sinnvoll bleibt es trotzdem.
Wie tief muss ein Kiesbeet ausgehoben werden?
20 bis 30 Zentimeter. Auf sandigem Untergrund reichen 20, bei Lehm plane 30 Zentimeter ein, damit Splittbett und Deckschicht vollständig Platz finden.
Was kostet ein Kiesbeet je Quadratmeter?
In Eigenleistung 25 bis 60 Euro je Quadratmeter, abhängig von der Kiessorte. Ein Fachbetrieb berechnet 90 bis 150 Euro komplett, jeweils ohne die Bepflanzung.
Welche Pflanzen passen ins Kiesbeet?
Steppenstauden wie Steppensalbei, Katzenminze, Fetthenne und Schafgarbe sowie Gräser wie Blauschwingel und Federgras. Rechne mit fünf bis sieben Stauden je Quadratmeter.
Ist ein Kiesbeet dasselbe wie ein Schottergarten?
Nein. Ein Kiesbeet ist bepflanzt und wasserdurchlässig aufgebaut. Ein Schottergarten liegt auf Folie und bleibt ohne Pflanzen, das ist in mehreren Bundesländern unzulässig.
Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr
Weitere Themen aus „Beet anlegen“