
Pflanzenwissen
Bodendecker gegen Unkraut: Die besten Pflanzen im Überblick
Kahle Erde ist eine Einladung für Unkraut. Bodendecker schließen diese Lücken mit einem dichten Pflanzenteppich, halten den Boden feucht und machen große Flächen dauerhaft pflegeleicht.
Bodendecker gegen Unkraut sind eine der einfachsten Lösungen für pflegeleichte Flächen. Statt offene Erde immer wieder zu jäten, lässt du dichte, niedrig wachsende Pflanzen die Arbeit übernehmen. Sie bedecken den Boden vollständig, nehmen dem Unkraut Licht und Platz und sehen dabei noch schön aus.
Besonders praktisch sind sie an Stellen, die schwer zu pflegen sind: unter Bäumen und Sträuchern, an Hängen oder in schmalen Streifen entlang von Wegen. Dort ist regelmäßiges Jäten mühsam, und ein grüner Teppich löst das Problem auf natürliche Weise. Welche Bodendecker sich eignen, hängt vor allem vom Standort ab. Für Sonne, Halbschatten und Schatten gibt es jeweils passende Arten. Die folgenden Abschnitte stellen dir die besten vor und zeigen, wie du sie richtig pflanzt.
So wirken Bodendecker gegen Unkraut
Unkraut braucht Licht, um zu keimen und zu wachsen. Genau hier setzen Bodendecker an. Sie bilden einen dichten Teppich aus Blättern und Trieben, durch den kaum noch Licht auf die Erde fällt. Unkrautsamen können so nicht keimen, und wo sie es doch versuchen, fehlt ihnen der Platz zum Durchkommen.
Neben der Unkrautbremse haben Bodendecker weitere Vorteile. Sie halten die Feuchtigkeit im Boden, schützen vor Erosion an Hängen und verbessern mit ihren Wurzeln die Struktur der Erde. Viele blühen zudem und bieten Insekten Nahrung. Damit sind sie mehr als nur eine praktische Lösung.
Wichtig ist zu wissen, dass Bodendecker nicht sofort wirken. In der ersten Zeit ist die Fläche noch offen und Unkraut kann keimen. Erst wenn sich der Teppich geschlossen hat, entfaltet sich die volle Wirkung. Wer diese Anwachsphase kennt und in den ersten Monaten mithilft, wird später mit einer nahezu selbstpflegenden Fläche belohnt. Der Aufwand am Anfang zahlt sich also über Jahre aus.
Der Blätterteppich nimmt Unkraut das Licht zum Keimen.
Die Bodendeckung hält Feuchtigkeit im Boden zurück.
Viele Arten blühen und bieten Insekten Nahrung.
Bodendecker gegen Unkraut für sonnige Flächen
An sonnigen Plätzen fühlen sich viele robuste Bodendecker wohl. Teppich-Sedum und Fetthenne vertragen Trockenheit und Hitze, bilden feste Polster und brauchen kaum Pflege. Der Kaukasus-Storchschnabel wächst kräftig, blüht lange und deckt auch große Flächen zuverlässig ab.
Auch Thymian und andere niedrige Kräuter eignen sich für sonnige, trockene Stellen. Sie duften, blühen und halten den Boden bedeckt. Für Böschungen sind flach wachsende Wacholder oder die Teppich-Golderdbeere gute Wahl, weil ihre Wurzeln den Boden festhalten.
Wenn du eine dauerhaft blühende Fläche möchtest, kombiniere Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten. Der Storchschnabel blüht früh, die Fetthenne spät im Jahr. So ist von Frühling bis Herbst immer etwas los und Insekten finden lange Nahrung. Auf sehr trockenen, sonnigen Flächen bewähren sich außerdem Polsterstauden wie Blaukissen oder Steinkraut, die dichte, niedrige Teppiche bilden und selbst zwischen Pflastersteinen wachsen.
Bodendecker für schattige Flächen
Im Schatten unter Bäumen oder an der Nordseite des Hauses wächst oft nichts richtig. Hier helfen schattenverträgliche Bodendecker. Die Elfenblume bildet dichte Horste und hält Unkraut gut zurück. Das Immergrün überzieht den Boden mit glänzenden Blättern und blauen Blüten, auch im tiefen Schatten.
Waldsteinie und Golderdbeere breiten sich zügig aus und sind sehr robust. Efeu ist ein starker Bodendecker für problematische Ecken, sollte aber im Zaum gehalten werden, da er sonst weit wandert. Wähle die Art immer nach Licht und Bodenfeuchte am jeweiligen Platz.
Unter dichten Bäumen ist der Boden oft nicht nur schattig, sondern auch trocken und von Wurzeln durchzogen. Hier bewähren sich besonders anspruchslose Arten wie Immergrün, Efeu oder die Haselwurz. Sie kommen mit den schwierigen Bedingungen zurecht, wo Rasen längst aufgegeben hätte. Auch der Frauenmantel ist eine dankbare Wahl für halbschattige Plätze, weil er sich selbst aussät und schnell dichte Bestände bildet.
| Bodendecker | Standort | Besonderheit |
|---|---|---|
| Teppich-Sedum | sonnig, trocken | sehr pflegeleicht |
| Storchschnabel | sonnig bis halbschattig | lange Blüte |
| Elfenblume | schattig | dichte Horste |
| Immergrün | schattig | immergrün, blaue Blüten |
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf das Etikett. Dort stehen der ideale Standort, die Wuchshöhe und der empfohlene Pflanzabstand. Manche Bodendecker breiten sich über Ausläufer aus, andere über oberirdische Triebe, die an den Knoten Wurzeln bilden. Wer weiß, wie eine Art wächst, kann besser einschätzen, wie schnell sich die Fläche schließt und ob die Pflanze eventuell eine Begrenzung braucht. Für kleine Beete wählst du eher kompakte Arten, für große Flächen kräftig wuchernde.
Bodendecker richtig pflanzen
Der wichtigste Schritt kommt vor dem Pflanzen: Befreie die Fläche gründlich von Unkraut, besonders von wurzelnden Arten wie Giersch oder Quecke. Reste treiben sonst zwischen den jungen Pflanzen wieder aus und sind dann kaum noch zu entfernen. Lockere den Boden und arbeite etwas Kompost ein.
Setze die Pflanzen im empfohlenen Abstand, meist sechs bis zwölf pro Quadratmeter je nach Art. Enger gepflanzt schließt die Fläche schneller, braucht aber mehr Pflanzen. Gieße nach dem Setzen gut an. Eine dünne Mulchschicht zwischen den jungen Pflanzen bremst Unkraut, bis der Teppich dicht ist.
Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr oder der frühe Herbst. Dann ist der Boden feucht und warm genug, damit die Wurzeln schnell anwachsen. Verteile die Pflanzen versetzt, also im Dreiecksmuster statt in geraden Reihen. So schließt sich die Fläche gleichmäßiger und es bleiben weniger Lücken. An Hängen setzt du die Pflanzen leicht in kleine Mulden, damit das Gießwasser nicht sofort abläuft, sondern zu den Wurzeln sickert.
Pflege und etwas Geduld
In den ersten Monaten musst du noch jäten, denn der Teppich ist anfangs lückig. Halte die Fläche in dieser Zeit sauber und gieße bei Trockenheit. Je nach Art dauert es eine bis zwei Saisons, bis die Bodendecker geschlossen wachsen und Unkraut von selbst zurückhalten.
Danach ist der Aufwand gering. Ein Rückschnitt im Frühjahr hält viele Arten kompakt und dicht. Zu stark wuchernde Bodendecker begrenzt du mit einer Kante. Weitere Informationen zu heimischen Pflanzen und naturnahen Gärten findest du beim NABU.
Behalte die Fläche in der ersten Saison im Blick und entferne durchkommendes Unkraut sofort, solange es klein ist. Bei Trockenheit hilft gelegentliches Wässern, damit die jungen Pflanzen kräftig wachsen. Sind einzelne Stellen lückig geblieben, kannst du im nächsten Frühjahr nachpflanzen oder vorhandene Pflanzen teilen und umsetzen. Mit der Zeit wird der Teppich immer dichter und das Beet gehört zu den pflegeleichtesten Flächen im ganzen Garten.
Häufige Fragen
Welcher Bodendecker verdrängt Unkraut am besten?
Wie lange dauert es, bis die Fläche dicht ist?
Muss ich vor dem Pflanzen das Unkraut entfernen?
Sind Bodendecker auch für Hänge geeignet?
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