Terrasse anlegen

Terrasse mit Gefälle bauen: wie viel Prozent nötig sind

Zwei Prozent Gefälle sind der Richtwert für jede Terrasse, das entspricht 2 Zentimetern Höhenunterschied je Meter. Das Wasser muss dabei immer vom Haus weg laufen, niemals zur Fassade hin.

Die kurze Antwort Plane 2 Prozent Gefälle vom Haus weg. Auf 4 Metern Terrassentiefe sind das 8 Zentimeter, auf 6 Metern 12 Zentimeter. Bei glatten, dichten Belägen wie Feinsteinzeug reichen 1,5 Prozent, bei rauem Naturstein oder offenen Fugen sind 2,5 bis 3 Prozent besser. Das Gefälle gehört in die Tragschicht, nicht in die Verlegeschicht. Und der Belag muss mindestens 15 Zentimeter unter der Türschwelle enden.
2 %

Richtwert für Terrassen

2 cm/m

Höhenunterschied je Meter Tiefe

15 cm

Abstand Belag zur Türschwelle

Wie viel Gefälle braucht eine Terrasse wirklich?

Der Standardwert liegt bei 2 Prozent. Er stammt aus dem Regelwerk für Außenbeläge und hat einen einfachen Hintergrund: Ab etwa 1,5 Prozent läuft Wasser auf einer glatten Fläche zuverlässig ab, darunter bleibt es in Mulden stehen. Weil keine Fläche perfekt eben gebaut wird, rechnet man einen Sicherheitszuschlag ein. So entstehen die 2 Prozent.

Nach oben ist bei 3 Prozent Schluss. Ab dieser Neigung kippen Gartenmöbel spürbar und Kinderwagen rollen von allein weg. Wer sehr tief baut, staffelt lieber in zwei Ebenen mit einer Stufe.

Terrassentiefe1,5 %2 %2,5 %3 %
3 Meter4,5 cm6 cm7,5 cm9 cm
4 Meter6 cm8 cm10 cm12 cm
5 Meter7,5 cm10 cm12,5 cm15 cm
6 Meter9 cm12 cm15 cm18 cm
8 Meter12 cm16 cm20 cm24 cm

Die Tabelle zeigt den gesamten Höhenunterschied zwischen Hauswand und Terrassenkante. Miss die Tiefe vor dem Aushub, nicht danach. Wer erst den Unterbau einbaut und dann feststellt, dass 16 Zentimeter fehlen, muss die halbe Fläche wieder ausheben.

Welcher Belag braucht welches Gefälle?

Die 2 Prozent sind ein Mittelwert. Der tatsächliche Bedarf hängt davon ab, wie glatt die Oberfläche ist und wie viel Wasser durch die Fugen versickert.

BelagEmpfohlenes GefälleWarum
Feinsteinzeug, geschliffen1,5 bis 2 %dichte, glatte Oberfläche, Wasser läuft schnell ab
Betonplatten2 %leicht saugend, offene Fugen nehmen etwas auf
Naturstein, gespalten2 bis 2,5 %raue Oberfläche bremst den Ablauf
Pflasterklinker im Splitt2,5 %viele Fugen, unebene Oberfläche
Holz oder WPC1,5 bis 2 %offene Fugen zwischen den Dielen, Gefälle im Unterbau
Terrasse auf Stelzlagern1,5 bis 2 %Wasser läuft durch die Fugen in die Ebene darunter

Bei Holzdielen und WPC verläuft das Gefälle nicht in der Sichtfläche, sondern in der Unterkonstruktion. Wie die aufgebaut wird, steht im Beitrag zum Verlegen von WPC-Dielen.

Wohin muss das Wasser laufen?

Vom Haus weg. Immer. Ein Gefälle zur Fassade hin führt Wasser genau an die Stelle, an der die Abdichtung des Kellers endet. Das ist der teuerste Bauschaden, den eine Terrasse verursachen kann.

Am Hausanschluss gilt außerdem eine Höhenregel: Der fertige Belag soll rund 15 Zentimeter unter der Oberkante der Türschwelle liegen. Dieser Abstand fängt Spritzwasser ab und lässt Platz für Schnee. Bei barrierefreien Übergängen ist die Höhe kleiner, dann braucht es zwingend eine Entwässerungsrinne direkt vor der Tür.

Diagonal oder gerade? Bei rechteckigen Terrassen läuft das Gefälle in einer Richtung, quer zur Hauswand. Bei L-förmigen Flächen oder bei einer Rinne in der Mitte teilst du die Fläche in zwei Felder mit je eigenem Gefälle. Ein Diagonalgefälle über die Ecke sieht auf dem Plan elegant aus, ist auf der Baustelle aber schwer sauber herzustellen und erzeugt fast immer eine Pfütze.

Gefälle im Unterbau statt im Belag

Das Gefälle wird beim Aushub angelegt und über alle Schichten mitgeführt. Planum, Schottertragschicht und Splittbett bekommen dieselbe Neigung. Nur so bleibt die Splittschicht überall gleich dick.

Der häufigste Fehler ist der Versuch, ein waagerechtes Splittbett durch unterschiedlich dicke Bettung auszugleichen. Das funktioniert nicht: Eine Bettung von 3 Zentimetern verdichtet sich anders als eine von 12 Zentimetern, und die Fläche sackt ungleichmäßig ab. Die Bettung soll überall 3 bis 5 Zentimeter dick sein.

Eine Ausnahme sind Stelzlager. Dort gleichst du das Gefälle über verstellbare Köpfe aus, sodass der Belag waagerecht liegt und die Abdichtung darunter das Wasser führt. Diese Bauweise ist auf Dachterrassen der Normalfall. Den kompletten Schichtaufbau für die klassische Variante beschreibt die Anleitung zum Terrasse pflastern.

So stellst du das Gefälle auf der Baustelle her

Du brauchst Schnurnägel, eine Maurerschnur, eine Wasserwaage von mindestens 180 Zentimetern und eine Richtlatte. Ein Rotationslaser mit Empfänger macht die Arbeit deutlich schneller, die Leihgebühr liegt bei 25 bis 45 Euro am Tag.

  1. Höhe am Haus festlegen: 15 Zentimeter unter der Türschwelle, mit einem Nagel markieren.
  2. Zielhöhe an der Kante berechnen: Tiefe in Metern mal 2 Zentimeter abziehen.
  3. Schnüre spannen: alle 100 bis 150 Zentimeter eine Schnur vom Haus zur Kante, alle auf derselben Neigung.
  4. Gefällelehre bauen: Ein Holzkeil von 4 Zentimetern Höhe unter dem Ende einer 2-Meter-Wasserwaage ergibt genau 2 Prozent. Steht die Libelle mittig, stimmt die Neigung.
  5. Jede Schicht prüfen: nach dem Planum, nach dem Verdichten der Tragschicht und nach dem Abziehen des Splitts.

Kontrolliere zum Schluss mit dem Wassereimer. Kippe zwei Liter auf die fertige Fläche und schau zu. Wo Wasser stehen bleibt, bleibt es auch in zehn Jahren stehen.

Wohin mit dem Wasser an der Terrassenkante?

Zwei Prozent Gefälle nützen wenig, wenn das Wasser an der Kante gegen einen Rasenwall läuft. Plane das Ziel mit ein.

Am einfachsten ist ein Kiesstreifen von 20 bis 30 Zentimetern Breite entlang der Terrassenkante, 20 Zentimeter tief, gefüllt mit Kies der Körnung 16 bis 32 Millimeter. Er kostet wenig und schluckt bei durchlässigem Boden den größten Teil des Niederschlags.

Bei lehmigem Boden reicht das nicht. Dann kommt eine Linienentwässerung mit Rinne und Rost an die Kante. Kunststoffrinnen kosten 15 bis 35 Euro je laufendem Meter, Betonrinnen mit Gussrost 40 bis 90 Euro. Von dort führt eine Leitung mit mindestens 1 Prozent Gefälle zur Rigole.

Ob du das Wasser überhaupt versickern darfst oder an den Kanal anschließen musst, regelt die Kommune über ihre Entwässerungssatzung. Frag vor dem Aushub beim Tiefbauamt oder beim Entwässerungsbetrieb nach. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheidet die zuständige Stelle vor Ort.

Was passiert bei zu wenig Gefälle?

Stehendes Wasser ist selten nur ein Schönheitsfehler. Es hat vier Folgen, die sich über die Jahre aufbauen.

Frostabplatzungen: Wasser dringt in Fugen und Poren, friert und sprengt Kanten ab. Betonplatten zeigen das nach zwei bis drei Wintern.

Algen und Rutschgefahr: Dauerfeuchte Flächen im Schatten werden grün und im Herbst glatt.

Ausgespülte Fugen: Wo Wasser lange steht und dann seitlich abläuft, nimmt es den Fugensand mit. Welches Material sich dagegen besser hält, klärt der Vergleich Fugensand oder Fugenmörtel.

Feuchte Wand: Bei Gegengefälle steht Wasser an der Fassade und zieht in den Sockel. Das ist der Schaden, der später fünfstellig wird.

Nachbessern ist aufwendig. Im Splittbett lassen sich einzelne Felder aufnehmen und neu abziehen, das kostet einen Tag Arbeit. Bei gebundener Bauweise bleibt nur der Rückbau. Die Grundlagen der Planung stehen im Beitrag Terrasse anlegen.

Wie viel Prozent Gefälle braucht eine Terrasse?

Zwei Prozent sind der Richtwert, also 2 Zentimeter je Meter Tiefe. Bei glatten Belägen genügen 1,5 Prozent, bei rauem Naturstein oder vielen Fugen sind 2,5 Prozent sinnvoller.

Wie viel sind 2 Prozent Gefälle in Zentimetern?

Zwei Zentimeter Höhenunterschied auf einen Meter Länge. Bei einer 4 Meter tiefen Terrasse ergibt das 8 Zentimeter, bei 6 Metern Tiefe 12 Zentimeter zwischen Hauswand und Vorderkante.

In welche Richtung muss das Gefälle laufen?

Immer vom Haus weg zur Terrassenkante. Gefälle zur Fassade führt Wasser an den Sockel und verursacht Feuchteschäden. Der Belag endet rund 15 Zentimeter unter der Türschwelle.

Kann ich das Gefälle nachträglich herstellen?

Bei loser Verlegung im Splittbett ja: Platten aufnehmen, Bettung neu abziehen, wieder verlegen. Bei gebundener Bauweise im Mörtel hilft nur der Rückbau der betroffenen Fläche.

Wie messe ich das Gefälle ohne Laser?

Leg einen 4 Zentimeter hohen Holzklotz unter ein Ende einer 2 Meter langen Wasserwaage. Steht die Libelle dann mittig, hat die Fläche genau 2 Prozent Neigung.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr

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